Im Zuge der Modernisierung von uns allen kann natürlich auch ich mich nicht lumpen lassen. Ich habe gerade zwei Minuten meiner Zeit gespendet, um ein Twitter-Konto zu erstellen. Ab sofort könnt ihr auch unter twitter.com/GorownDasPack finden. Leider nicht als gorown, das hat mir irgendein Ei weggeschnappt.
Ach, diese zwei Minuten waren auch schon zu viel. Ich muss jetzt erst einmal was futtern.
Gudn Aaaaaaaaaaaaaaaaabnd! Und ein rohes Neues und so.
Oh Mann. 7. Januar und ich wünsch noch was im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel. Eigentlich hatte ich an Neujahr um zehn nach zwölf bereits damit aufgehört (ich hätte es übrigens noch hingekriegt, ich wollte bloß nicht mehr. Nur mal so zur Klarstellung). Aber gut. Ich mach es, wenn das Blog hier lange genug durchhält, in Zukunft wie mein alter Physiklehrer. Diesem war - völlig korrekt - aufgefallen, dass in unserem Abkürzungswahn das arme Wort "Jahr" es nicht mehr in den Neujahrsgruß geschafft hat. Deshalb setzte er diesen Trend fort, wünschte erst ein "gesundes Neues", dann ein "Gesundes" und schließlich "". Vorbildlich.
Ich muss euch was gestehen. Ich hab das Bloggen vermisst. A propos Mist. Ich hab mir mal stichprobenartig ein paar vergangene Beiträge durchgelesen. Einige waren schon ziemlich geil. Einige waren ein Haufen Scheiße (leider die Mehrzahl). Und dennoch habe ich mich entschieden, euch noch nicht zurück in die Freiheit zu lassen. Dass auf einmal Leute, die nicht meinem niedersächsischen Fanclub entstammen, ihre Kommentare hinterlassen, verleitet mich zur Überlegung, dass es mit der Weltherrschaft doch noch klappen könnte. Versuchen wir es weiter.
Ein Thema für heute habe ich eigentlich nicht. Finnfest-Plädoyer Teil 5883 gibt es heute noch nicht. Ach übrigens: Es ist eine Frechheit. Ich habe mal vor einer Ewigkeit an Rock The Nation geschrieben. Rock The Nation ist, wie wir uns erinnern, der Verein, der lauter Kleinfestivals veranstaltet und aufgrund der Qualität ausgewählter Exemplare derselben mein Vertrauen erhalten hat, das Finnfest auf die Beine zu stellen. Also hub ich am 16. November zu folgender Erklärung an:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ergänzung zu den bereits bestehenden von Rock The Nation organisierten Festen möchte ich Ihnen vorschlagen, auch ein Finnfest zu organisieren. Der Clou bestünde dann darin, nur finnische Bands verschiedenster Couleur spielen zu lassen (z. B. Korpiklaani, Turisas, Finntroll, Crimfall, Stam1na, Kotiteollisuus, Battle Beast, Stratovarius, um nur einige zu nennen). Es hätte den Vorteil, dass Finnlands blühende Metalkultur auch in südlichere Gefilde exportiert würde.
Wie groß sind die Chancen, dass die Idee realisiert wird, und wieviele Unterstützer sollte ich präsentieren, um sie zu erhöhen?
Ihrer Antwort sehe ich headbangend entgegen.
Greetz,
gorown
Und was kam dabei raus? Richtig. Nichts. Nicht mal eine Eingangsbestätigung von office@rockthenation.eu. Mistgesichter. Na wartet. Wenn ich erst einmal die Weltherrschaft innehabe... oder aber ich bringe euch mit posthypnotischen Befehlen dazu, ihr E-Mail-Postfach zu überschwemmen. Nicht mit Werbung für Viagra. Mit Werbung für gorown (eh ein besseres Aphrodisiakum).
Was habe ich noch so vor dieses Jahr? Tja... ich kann schon mal so viel verraten: Pünktlich zur Oscar-Verleihung werde ich meinen ganz eigenen Preis ausrufen. Freut euch auf die Vergabe der Osgores. Mehr dazu wann anders.
Außerdem habe ich noch viele Sachen gelernt. Ich verrat sie euch aber nicht.
Und zu aktuellen Ereignissen werde ich mich wie auch schon letztes Jahr nur äußern, wenn ich Lust drauf habe. Also nichts an dieser Stelle zum Thema Mailbox, Entschuldigung, Freunde, 150 €, gelogen, nicht gelogen, peinlich, nicht doch, sogar sehr peinlich. Ihr werdet euch wohl vorstellen müssen, was ich dazu denke.
Noch was? Nein.
Doch.
Und zwar kriegt ihr noch was zu sehen. Aus Finnland (woher sonst). Die Band kennt ihr schon. Und ein paar Leute aus dem Video auch. Es handelt sich um einen Song von Kotiteollisuus unter Mithilfe von Stam1na. Was man noch verstehen sollte, ist, dass "pelle" finnisch für Clown ist und dass sich die im Folgenden gezeigten Szenen auf die Situation in Finnland vor der Präsidentenwahl letztes Jahr bezieht. Und eins noch: Es ist stellenweise möglicherweise nicht für die Augen von Kindern oder Stockimarschhabenden bestimmt. Also seht es euch schnell an, bevor YouTube es mit einer Altersfreigabe versieht.
Zunächst mal meine Entschuldigung, weshalb ich so lange nichts mehr verzapft habe: Ich hatte keinen Bock.
Und jetzt zum Thema. Es geht - wie unerwartet - um das Fest, das wir heute alle feiern.
Aber feiern wir es überhaupt alle heute? Und was feiern wir?
Man sieht ja öfters mal im Fernsehen, wie Leute auf der Straße gefragt werden, was man zu Weihnachten feiert, und nicht korrekt antworten können. Das Problem bei der Sache ist: Solche Szenen sind meist gar nicht gestellt. Selbst Kinder geben immer häufiger an, Weihnachten würde gefeiert, "dass es Geschenke gibt". Oft genug wird Weihnachten auch als Fest der Liebe, der Familie oder des Kindes umschrieben.
Leuten, die so etwas sagen, würde ich gerne eins in die Fresse hauen. Sehr weihnachtlich, ich weiß, aber trotzdem. Meiner Meinung nach hat Weihnachten zwar mit alledem etwas zu tun, aber der Anlass ist und bleibt der Geburtstag eines gewissen Jesus. Und wer der Meinung ist, wenigstens jetzt sollten diese nervtötenden Christen doch mal bitte den Rand halten und einen in Ruhe feiern lassen, sollte meines Erachtens ohnehin mit lebenslangem Weihnachts- und Osternentzug bestraft werden.
Mal eine kleine Geschichte aus meinem Leben: Vor einigen Monaten (ich glaube, es war im September) ging ich nicht ganz friedlich meiner Wege. Ich hatte gerade diverse Kilometer von meinem Domizil entfernt mich dem Fußballsport hingegeben; mein Gastrointestinaltrakt war allerdings von der körperlichen Aktivität wenig begeistert und strafte mich mit einem unbefristeten Streik. In der Hoffnung, ein öffentliches Klosett zu finden, betrat ich hastig das nächstgelegene Einkaufszentrum - und glaubte einen Moment lang, wie so häufig wieder einmal ein Zeitportal durchschritten zu haben. Wer sich erinnern möchte - der Sommer fand dieses Jahr bekanntlich im Herbst statt, und so trat ich aus der warmen Sonne in ein Center, das vor Tannenzweigen und Glitzerkram beinahe platzte.
Nach erfolgtem Stuhlgang (unheimlich bequeme Klos haben die da übrigens, es waren wohl die am sinnvollsten investierten 50 Cent meines Lebens) konnte ich wieder diverse klare Gedanken fassen und stellte fest, dass die Zentrumsleitung das mit dem "Schmuck" (der eigentlich höchst entstellend wirkte, aber egal) durchaus ernst meinte.
Besagter Laden war der erste. Aber die Seuche griff um sich, und bald strotzte auch meine Nachbarschaft vor Glitzer und Leuchtschmuck. Pfui. Mein Clan hat sich dem gottseidank erwehren können. Der geneigte Leser hat möglicherweise bemerkt, dass ich dem katholischen Glauben aufgeschlossen gegenüberstehe. Und daher mal eine kleine Erklärung von einem Fastfachmann: An Weihnachten feiert man die Geburt von Jesus, also die Menschwerdung von Gott. Das ist für den Christen eine Freude. Wenn man Licht als gut und Dunkel als schlecht betrachtet, war es vor Gottes Fleischifikation dunkel und wurde dann hell. Das soll der noch recht junge Brauch des Weihnachtsbaumes eigentlich zeigen. Erst ist es dunkel. Dann brennt die erste Kerze am Adventskranz. Dann irgendwann vier. Jede Woche eine mehr. Und dann - aber erst am 24., nachmittags, - steht da auf einmal ein ganzer Baum aus Licht, der repräsentiert, dass Gott jetzt da ist und die Dunkelheit gebattlet hat, aber sowas von.
Wenn diese Pflanzenleiche aber schon seit Monaten rumsteht, könnte es sein, dass der Gehalt etwas verloren geht. Nun ja.
Und überhaupt: Weihnachten. Wann ist das überhaupt? Alle sagen, am 24. Dezember. Was ja zum Teil auch stimmt. Offiziell ist Weihnachten am 25. und 26. Dezember, aber die Regelung, dass der Vorabend auch schon zum nächsten Tag zählt (heißt ja auch HeiligABEND), führt dazu, dass man bereits am 24. feiert. Nur frage ich mich, was man dann in atheistischen Familien nach dem Verteilen der Geschenke noch tut. Man klebt meines Wissens noch zwei, drei Tage aufeinander, und wenn der ganze Spaß vorbei ist, steigt die Scheidungsrate sprunghaft an (kein Witz). Sehr gemütlich, Friede, Freude, Eierkuchen zu heucheln. Der Sinn von Weihnachten ist es meines Wissens nicht, sich erst Stress mit der Geschenkesuche und dann mit dem Aushalten der Beschenkten zu machen. Aber naja, ich muss nicht alles verstehen. Unter diesen Umständen wundert es mich dafür auch nicht, warum sich um Weihnachten herum so viele umbringen (auch wenn ich es nicht gutheiße, so ein Scheißselbstmörder hat dafür gesorgt, dass meine Bahn vorgestern nicht fuhr. Nicht nett).
Nun gut. Genug erzählt. Ihnen wünsche ich jetzt noch, egal, ob Sie's hören wollen, ein gesegnetes Weihnachtsfest. Und wenn Sie Gemütlichkeit heucheln müssen, lassen Sie es doch einfach mal. Ich glaube, dann haben Sie in Zukunft Ende Dezember auch endlich Ihre Ruhe.
Es begab sich also zu jener Zeit, da versammelten sich die Herrscher über die deutschen Fußballvereine und beschlossen, aus ihrer Mitte den Besten bestimmen zu wollen. Zu diesem Zwecke handelten sie aus, dass ein jeder der achtzehn ihrer Besten die anderen siebzehn zu einem Fußballspiele einlade. Darob kamen am vergangenen Samstage die Fußballmannen aus Leverkusen zu einem Besuch in die deutsche Hauptstadt. Und ich als Anhänger der ersten sowie Anwohner der zweiten Mannschaft geruhte daher, die Begegnung mit meiner Anwesenheit zu schmücken.
Ich gab mich übrigens nicht als gorown zu erkennen. Dennoch schien der Ordner am Einlass zu merken, mit wem er es zu tun hatte. Er begrabbelte mich mit einer Inbrunst, dass man meinen mochte, er hätte entweder unerfüllte Sehnsüchte oder aber er wollte möglichst lange in meiner direkten Anwesenheit verweilen. Es sei ihm gegönnt, immerhin wurde er nicht unanständig. Er interessierte sich sehr für meine Mitbringsel, unter anderem ein Mobiltelefon, ein tragbares Gerät zum Abspielen von Musik, eine Kettensäge und eine unsichtbares Reptil aus der Gattung der Chilltkröten namens Silberfrieda. Schließlich durfte ich passieren.
Fußball wird in Stadien gespielt. Das Berliner Olympiastadion ist so eine Art Wanne aus Stein mit einem Rasen in der Mitte. Ein geschichtsträchtiger Ort. 1936 machte sich ein gewisses Charlie-Chaplin-Double hier peinlich, 1993 gewann Bayer 04 hier den DFB-Pokal, 2009 stellte Usain Bolt (der übrigens immer noch langsamer läuft, als Hans Sarpei geht) einen Weltrekord über hundert Meter auf. Und 2011 besuchte gorown das erste Mal die Begegnung seiner Lieblingsmannschaft mit Hertha BSC (letztgenanntes Team hat die Ehre im Übrigen gar nicht verdient, wenn man ehrlich sein will).
Ich nahm also auf dem mir zugedachten Sitz Platz (mir fällt grad auf, das klingt nach Hund) und wartete auf den Anpfiff.
Ich wartete nicht vergeblich. Das Spiel wurde eröffnet, und die einzigen, die das nicht begriffen hatten, standen dummerweise auf dem Rasen und spielten für Leverkusen. Ein gewisser Herr Schwaab irrte sich in der Sportart, der Schiedsrichter wollte aber nicht glauben, dass Schwaab kurzerhand auf Handballer umgeschult hatte. Elfmeter. In der fünften Minute. Na fein.
Leverkusen konnte sich freuen, dass ein gorown im Stadion war. Ich schickte meine Fähigkeit, Geschosse abzuwehren (diese wurde mir übrigens von offizieller Seite bestätigt und beruht nicht auf meinem Größenwahn), kurzerhand Bernd Leno in Leverkusens Tor zu, der sie darauf verwandte, den Strafstoß abzuwehren. Er hätte sie ruhig noch ein wenig behalten dürfen, aber fairerweise muss man zugeben, dass die beiden Gegentore, die kurze Zeit später fielen, nicht auf seinen Fehlern beruhten.
Ich ließ mir durch das 0:2 die Stimmung nicht vermiesen. Schließlich war ja klar, dass Leverkusen nicht einfach so gewinnen würde, sondern, um dem hohen Gast ein hübsches Spektakel zu bieten, den Spannungsbogen ein wenig ausreizen wollte. Und so war es kein Wunder, dass der Schweizer mit dem für seine Heimat typischen Namen Eren Derdiyok noch vor der Pause den Anschlusstreffer erzielte. Dies sorgte für allgemeine Erheiterung bei den Fans der richtigen Mannschaft, insbesondere, als Derdiyok in der zweiten Hälfte auch noch gerade den Ausgleich und die Führung organisierte.
Nun ist es aber schwerer, als man denkt, mich zu amüsieren, wenn 43000 Anwesende dagegen sind. Der Ausgleich von Berlin sollte mich wohl ärgern. Ach was. Da steh ich doch drüber. Viel mehr stören mich andere Sachen. Zum Beispiel die hässlichen Kinder in der Bahn auf dem Rückweg vom Spiel. Schlecht erzogen und Anhänger des falschen Vereins. Ich sah von einer Notschlachtung ab und fuhr nach Hause.
Dort musste ich feststellen, dass man in der Sportschau meine Anwesenheit nicht erwähnte. Eine Frechheit. Nun ja, selbst schuld, ich war ja inkognito. Eines Tages wird sich das Olympiastadion mit Leuten füllen, die mich sehen wollen. Vermutlich ist das im dem Jahr, in dem Bayer 04 endlich Meister wird. Hurra.
Ach du je! Schon lang nichts mehr aus dem Norden gehört!
Langsam bekomme ich ein Luxusproblem. Ich verfüge noch über eine gewisse Anzahl an finnischen Bands, die ich noch abhandeln möchte... und wie ich finde, steigt die Qualität so stark, dass man sich gar nicht mehr traut, einen Song zuerst zu spielen und damit zu zeigen, dass es noch besser geht. Daher verkünde ich hiermit offiziell, dass eine der im Finnfest-Plädoyer vorgestellten Bands erst dann besser ist als die anderen, wenn ich das sage.
Dann legen wir mal los.
Song: Allgemeiner Eindruck: Beeindruckend (besonders, wenn man ihn mal live gesehen hat). Text: Ich muss gestehen, dass ich ihn nicht ganz kapiere. Ich empfinde ihn als ziemlich klischeehaft, was so finnischen Herbst angeht. Dazu passt der Name des Songs nur bedingt. Egal. Anmaßungsfaktor: Keiner. Endlich mal keine nervtötenden Poser. Ohrwurmpotential: Hoch, sonst hätte ich mich nicht daran erinnert. Nervensägerei: Och... die Sängerin Helena Haaparanta ist unter Umständen gewöhnungsbedürftig. Aber meiner Meinung nach passt's. Video: Nein. Außerdem: war es eine beeindruckende Situation, in der ich den Song kennengelernt habe. Ich hatte mich in Helsinki kurzfristig entschlossen, ein Konzert zu besuchen, bei dem Crimfall als Vorband fungierten. Nach der Warterei, während der ich beinahe von einem finnischen weiblichen Manowar-Fan mit Braunbärausmaßen gefressen worden wäre, betraten sie die Bühne und veranlassten mich damit fast zur Flucht - Mikko Häkkinen zeigt kaum Ähnlichkeit zum Alt-Rennfahrer vergleichbaren Namens, sondern mehr zu Bear Girl, deren Bekanntschaft ich ja gerade machen durfte. Aber auch er sah dankenswerterweise davon ab, mich zu verzehren. Zum Ausgleich bewerbe ich seinen Song.
Interpret: Gesang: Ein interessantes Zusammenspiel. Ist zwar eigentlich nicht so meins, aber das Experiment ist gelungen. Kultfaktor: Gründung 2007, Debütalbum 2009. Folglich: Nichts. Wird das noch was? Phhh... schwer zu sagen. Ich befürchte nein.
Gesamturteil:
Note 2+. Hat mich mehr beeindruckt als Doom Unit. Die Live-Performance ist auch nicht zu verachten. Die Musik selbst ist vermutlich Geschmackssache.
Den zweiten Song hab ich mir schon seit Ewigkeiten aufgespart. Saanko esitellä - ein bisschen finnischer Thrash Metal.
Song: Allgemeiner Eindruck: Unbeschreiblich. Wenn es nicht lächerlich wäre, würde ich jetzt eine Ode an dieses Lied schreiben. Text: Finnisch - ich könnte euch also vermutlich alles erzählen. Bevor mir jetzt aber der Google-Übersetzer den Spaß versaut, bin ich lieber ehrlich. So wie ich den Text verstanden habe, geht es um Krisen - sowohl die der Weltwirtschaft als auch die ganz persönliche. Anmaßungsfaktor: Kein Gepose. Feini. Ohrwurmpotential: Auf einer Skala von 1 - 10 etwa bei 13. Nervensägerei: Ich hab den Song noch auf niemanden gehetzt. Mich selbst hat er nicht ein einziges Mal gestört. Video: Göttlich. Es zeigt die drei Gründe, warum man kein Ökoterrorist werden soll - es ist gefährlich, es ist teuer, und man trägt grottenhässliche Overalls. Außerdem: hauen Stam1na (die die 1 im Namen nur tragen, um besser gegoogelt werden zu können) regelmäßig Videos dieser Art raus. Aber das hier gefällt mir am besten.
Interpret: Gesang: Warum nicht? Kultfaktor: Seit ihrer Gründung 1996 dauerte es neun Jahre, bis sie das Veröffentlichen von Demos einstellten und das von Alben begannen. Seither räumen sie Preise in Serie ab (bei der finnischen Wikipedia findet man derer 15 Stück). Ich würde daher diesen Punkt mit "hoch" beantworten. Wird das noch was? In Finnland sind sie was, woanders sind sie vermutlich wegen der Sprache schlecht exportabel.
Gesamturteil:
1+. Gegen den Song fällt mir echt nichts zu sagen ein.
Beim letzten Teil des Plädoyers sagte ich, dass ich noch sechs Bands hätte. Das war falsch. Ich glaube, jetzt stimmt es. Es sei denn, ich finde wieder was...
Und jetzt ist es an der Zeit für mich, den Computer zu verlassen. Muss mich den mir zujubelnden Massen stellen. Und außerdem will ich nach Hause.
Und zwar geht es heute um den besten Freund des Menschen. Den Pilz.
Pilze sind cooler, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Wer jemals Super Mario gespielt hat, weiß, wie wichtig sie sind. Aber kaum einer hat eine Ahnung von ihnen. Das möchte ich jetzt ändern.
Pilze können einem eigentlich leidtun. Sie werden von rücksichtslosen Vegetariern en masse verschlungen, nur weil sie keine Augen und keine Mamas haben. Dabei gehören Pilze gar nicht zu den Pflanzen und sind eher dem Tierreich zuzuordnen. Doch sie haben sich entschieden, ihr eigenes Reich zu eröffnen. Übrigens nicht das Dritte. Sage keiner, Hitler sei ein Pilz gewesen. Ich mag Pilze. Nein, nach der Klassifikation von Whittaker aus dem Jahre 1969 steht den Pilzen das Reich Nr. 2 zu. Das prestigeträchtige dritte Reich gehört den Pflanzen. Wie passend, dass der Mann mit dem Zahnbürstenbart, der sich Ende der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ein wenig unbeliebt gemacht hat, Vegetarier war (daher die Unbeliebtheit, vermutlich, denn hätte er seine Hauer öfters mal in nem schönen Schnitzel vergraben, hätte ihn das vielleicht von etwas weniger guten Ideen abgehalten). Pilze vereinen die positiven Seiten von Tieren und Pflanzen. Sie verfügen über Zellwände und Vakuolen, aber statt auf Chloroplasten setzen sie auf Mitochondrien. Soll heißen, sie tun so, als wären sie Pflanzen, aber in Wirklickeit sind sie heterotroph, fressen sich also durch die Welt. Sie scheißen auf Luft (jedenfalls einige) und Liebe. Recht so.
Manche Leute sind sauer auf Pilze. Jedenfalls, wenn sie sich entscheiden, nicht im Wald, sondern auf der menschlichen Haut zu wachsen. Da unterscheidet man drei große Gruppen (und eine vierte für die Klugscheißer, auf die ich nicht eingehen werde, weil ich ja keiner bin), nämlich die Dermatophyten, die Hefen und den Schimmel.
Dermatophyten geiern auf Keratin. Das befindet sich zuhauf in unseren Haaren und auf unserer Epidermis, was ziemlich praktisch ist, weil die Pilzlein am liebsten Temperaturen von 32° C um sich haben. Stellt euch mal vor, ihr würdet den ganzen Tag nichts anderes tun, als in einer Badewanne mit wohltemperierten Spaghetti darin zu liegen. Ein Traum.
Die Dermatophyten bilden lustige Muster auf der Haut. Das liegt daran, dass sie an einem Punkt anfangen zu futtern und sich dann nach außen vorarbeiten. Fertig ist der Ring - bzw. die Alienspur. Süß, was die Kleinen alles für unsere Ästhetik tun. Da verzeiht man ihnen gerne, dass sie unsere Haut auflösen, um sich ab und zu ein Keratin-Schnäpperchen zu gönnen.
Die Dermatophyten sind mehr so der Schachclub der Pilze. Hefen sind die Draufgänger. Ich bin sowieso der Meinung, dass ein Lebewesen, das Alkohol pinkelt und Brot kackt, wertvoller ist als so manches andere. Der Nachteil an Hefen ist, dass sie ihre Badass-Partys hauptsächlich da feiern, wo man sie nicht haben will, nämlich da, wo es warm und feucht ist. Wer kann es ihnen verübeln. Naja, aber vielleicht hält man es auch für unschön, ein wachsendes Brot-Bier-Gemisch im Genitalbereich oder unter den Brüsten zu haben. Oder im Körper.
Und auch mit dem Schimmel ist es so eine Sache. Unser flauschiger Freund erfreut sich leider keiner allzu großen Beliebtheit in der Bevölkerung. Naja, er wirkt ja auch tödlich, wenn er sich in der Lunge ausbreitet und so. Aber ich bin der Meinung, wir sollten nicht so kleinlich sein. Mein Plan, Kühe Aspergillus-Sporen einatmen zu lassen, damit sie statt Milch Käse geben, befindet sich noch im Stadium der Planung. Wenn er gelingt, werden wir bestimmt ein entspannteres Verhältnis zu den Pilzen haben.
Was sollst du jetzt tun, nachdem du das gelesen hast?
1. Iss einen Pilz und schau nach, ob deine Körpergröße sich verdoppelt.
2. Falls ja, lass mich davon wissen. Falls nein, weiterversuchen.
3. Wenn du keine Lust mehr auf mein wissenschaftliches Experiment hast, dann lass es halt bleiben und bewirf lieber einen Vegetarier mit Pilzen.
Ich wollte eigentlich, sobald ich mich mal aufraffen konnte, auf ein Blog verlinken, in dem eine Freundin des Packes über die Krankheit ihres Hundes berichtet. Gestern ist das arme Tier gestorben. Trotzdem sollt ihr lesen können, was Ariane über Gina geschrieben hat. Möglicherweise wollt ihr es auch als Plädoyer gegen Heilpraktiker verstehen. Das Blog hat zwar noch nicht die finale Nachricht veröffentlicht, aber vielleicht interessiert es dich trotzdem. Kondolenzbekundungen könnt ihr gerne drüben abgeben oder auch hier - ich reiche es weiter.
Finde es zu schade, um blöde Witze drüber zu machen. Bei einer toten Katze wäre es was anderes gewesen.
Wenn du gedenkst, heute Abend verkleidet an fremden Domizilen Naturalien mit hohem glykämischen Index oder finanzielle Mittel zu erpressen, oder jemanden kennst, der dies vorhat, und nicht ausschließen kannst, dass entweder du oder der Betreffende unter Umständen in die Nähe meiner Behausung gerät, so sei auf einen tätlichen Angriff vorbereitet.
Und jetzt etwas Bildung.
Wie bei allen vier Festen wurde angenommen, dass auch zu Samhain die Menschen einen Zugang zu den Wesen der Anderen Welt haben, besonders zu den Bewohnern der Síd (Elfenhügel), die an diesem Tage offen stehen. Es war deshalb nicht ratsam, sein Haus zu verlassen, um nicht mit diesen Repräsentanten der Vorzeit zusammenzustoßen. Dem Unterweltsgott Cromm Cruach („der blutige Gebeugte“) wurden zu Samhain Blut-Opfer dargebracht, um ihn und die anderen chthonischen Gottheiten um Fruchtbarkeit anzuflehen. Bei der Anbetung des Cromm-Cruach-Idols zu Samhain starb Tigernmas und nahm drei Viertel der Iren mit in den Tod. Eine besondere Verbindung hatte Samhain mit den Túatha Dé Danann, denn an diesem Tag war die zweite Schlacht von Mag Tuired, in der sie die Fomori besiegten. Deshalb können sie zu Samhain die Sídhe, in die sie später von den Milesiern verbannt worden waren, ohne weiteres verlassen.
Da biste platt. Das, was da steht, habe ich mir eins zu eins von Wikipedia gemopst, Stand 31. Oktober 2011, kurz nach vier, Titel der Seite (bzw. "Lemma", wie man als fachkundiger Wikipedianer zu sagen gezwungen ist) war "Samhain" (was komplett anders gesprochen als geschrieben wird). Die Hintergrundgeschichte: Jedes Jahr am Vorabend von Allerheiligen spaltet sich die Welt in drei Lager. Die aus dem ersten sagen "Ach, das ist doch schön, wenn sich die Kleinen so freuen!" und erhöhen frohgemut die Diabetesrate in der Bevölkerung. Die zweiten, die ich ganz unparteiisch als die Verständigen bezeichnen kann, sind der Meinung, dass es sich a) um einen Drecksamibrauch und b) um Dreckskinder handelt. Und die letzte Gruppe besteht aus Klugscheißern, die darauf hinweisen, dass Halloween nicht aus den USA, sondern aus Irland zu uns rübergeschwappt ist. Diesen würde ich am liebsten an den Kopf werfen, dass die Iren bloß feiern, dass ein gewisser Tigernmas bei einem Götzendienst gemeinsam mit 75% der Bevölkerung über den Jordan ging. Ob das die Gören wissen, die an meiner Tür mit ihrer Gesundheit spielen?
Aber naja, die eigentlich Quintessenz des Wikipedia-Exzerpts ist der zweite Satz. Es war deshalb nicht ratsam, sein Haus zu verlassen, um nicht mit diesen Repräsentanten der Vorzeit zusammenzustoßen.
Ich wusste zwar nicht, dass ich ein Repräsentant der Vorzeit bin, aber ansonsten kann ich das eindeutig unterschreiben. Am liebsten wäre es mir, wenn Schulkinder diesen Satz so ähnlich wie einen Bibelvers auswendig lernen müssten. Wem das zu religiös ist, dann anstelle eines Herbstgedichtes. Oder aber ich beschwöre das dicke Kind, das krakeelend in meinem Hauseingang steht, wie folgt: "Ich aber sage dir, du mögest lesen im Wikipedia-Artikel zum Lemma "Samhain" den zweiten Satz des ersten Abschnitts!" Und während das Balg schnell auf seinem Smartphone nachsieht, was ich meinen könnte, hole ich mein Beil oder bereite mich zum Süßigkeitenraub vor. Wenn das Kind irgendwann fertig ist mit lesen und der Groschen langsam fällt, ist es dann zu spät. Woahaha. Eigentlich ist Halloween ziemlich lustig. Dann spiele ich "Das Schweigen des Lemmas". Oder so.
Außerdem möchte ich euch alle noch zum erhöhten Bierkonsum heute animieren. Das ist eine lange Geschichte voll gorown'scher Logik. Beruhen tut sie auf einer Sachbeschädigung, die heute noch gefeiert wird. Die Rede ist von dem Anbringen von knapp hundert Thesen, die sich ein gewisser Martin Luther in einer gelangweilten Stunde hatte einfallen lassen, an eine Kirchentür. Dies war im Jahr 1517. Diese Zahl verbinde ich immer wieder mit der 1516, seit ich erfahren habe, dass das Reinheitsgebot älter ist als die erwähnten Thesen. Und vielleicht erschließt sich jetzt dem Leser die Gedankenkette - 31. Oktober bedeutet Reformationstag bedeutet Luther anno 1517 bedeutet 1516 bedeutet Reinheitsgebot. Tatsächlich wurde es, um die Klugscheißer zufriedenzustellen, die trotz erlittener Schmähungen noch immer hier aushalten, am 23. April veröffentlicht (übrigens nicht an einer Kirchentür). Dennoch ein herzliches Prost!